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Bosnien-Kapitän Dzeko: "Italien spürt den Druck vor dem Playoff-Finale"

Nachdem Italien am Donnerstag sein Halbfinale gegen Nordirland gewonnen hatte, wurden einige Spieler – darunter Dzekos ehemaliger Inter-Kollege Federico Dimarco – im Fernsehen dabei gezeigt, wie sie das Elfmeterschießen zwischen Bosnien und Wales gespannt verfolgten. Als die Italiener nach dem bosnischen Sieg jubelten, löste dies in den sozialen Medien Empörung bei den bosnischen Fans aus, die darin einen Mangel an Respekt sahen.

Zum Match-Center: Bosnien & Herzegowina vs. Italien

"Das ist ein völlig normaler Vorgang, schließlich hat jeder seine persönlichen Präferenzen. Meine war es vielleicht auch, nicht unbedingt gegen Italien spielen zu müssen", erklärte Dzeko am Montag vor der Partie in Zenica. "Heutzutage muss man vorsichtig sein; durch die sozialen Medien wird alles aufgebauscht. Dimarco hat mir geschrieben und versichert, dass er niemanden beleidigen wollte. Ich antwortete ihm: ‚Worüber reden wir hier überhaupt? Es gibt absolut kein Problem.‘"

Dzeko wittert "pure Angst"

Für Italien steht viel auf dem Spiel: Die "Squadra Azzurra" droht, die Weltmeisterschaft zum dritten Mal in Folge zu verpassen. "Italien wollte offenbar nicht in Wales spielen. Warum, weiß ich nicht, denn wir sind ohne Furcht dorthin gefahren und haben gewonnen", so Dzeko weiter.

"Ich verstehe nicht, warum Italien Angst vor Wales oder Bosnien haben sollte – sie sind eine großartige Nation mit vier WM-Titeln. Wenn sie sich aber davor scheuen, in Wales anzutreten, zeigt das, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht sollten wir es so sehen: Sie könnten in diesem Spiel wirklich leiden, weil nach zwei verpassten Weltmeisterschaften so viel auf dem Spiel steht. Das ist pure Angst."

Die Krise des italienischen Fußballs betrifft jedoch nicht nur die Nationalelf. In dieser Saison erreichte kein italienischer Verein das Viertelfinale der Champions League. Dzeko, der für Inter, die AS Rom und die Fiorentina stürmte, kennt die Probleme genau: "Die Medien kritisieren ständig die mangelnde Intensität, weshalb die Klubs international zuletzt kaum Erfolge feierten."

Für das anstehende Duell erwartet er eine taktisch geprägte Partie: "Angesichts der Bedeutung des Spiels werden beide Teams von Beginn an extrem vorsichtig agieren."

Auch mit 40 noch ein Torjäger

Mit seinem Ausgleichstreffer gegen Wales baute Dzeko seinen Rekord weiter aus: Seit seinem Debüt im Jahr 2007 hat er in jedem einzelnen Kalenderjahr für Bosnien getroffen. Ans Aufhören denkt der 40-jährige Rekordtorschütze und Rekordnationalspieler, der aktuell bei Schalke 04 unter Vertrag steht, noch lange nicht.

"Mir war gar nicht bewusst, dass ich über 20 Jahre hinweg so beständig getroffen habe. Das zeigt nur, wie schnell eine Karriere verfliegt", sagte Dzeko. "Solange ich mich fit fühle und dem Team helfen kann, bleibe ich dabei. Sicherlich hätte ich in der Vergangenheit anderswo mehr Geld verdienen können, aber mein Ziel war es, so lange wie möglich auf hohem Niveau in Europa zu spielen. Jetzt bin ich 40, immer noch dabei und froh, dass ich diese Leidenschaft weiterhin ausleben darf."

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