Der Patron gab stattdessen die neue Vereinsphilosophie vor, wonach der FC Bayern vermehrt auf die eigene Jugend setzen will. "Wenn man den Jungen mal eine Chance geben will", sagte Hoeneß, "muss man Platz schaffen." Kompany habe das "100-prozentig umgesetzt".
Gleich neun Talente feierten in dieser Saison ihr Profidebüt, mit zehn eingesetzten U20-Spielern stellte der deutsche Rekordmeister den Ligarekord von Schalke 04 aus der Saison 1980/81 ein. "Das ist ganz was Außergewöhnliches und zeigt, dass die Verzahnung sehr, sehr gut funktioniert", sagte Sportdirektor Christoph Freund, bundesliga.de berichtete begeistert über "Bayerns Teenager-Boom".
Jugendstil soll kein "One-Hit-Wonder" bleiben
Der könnte im "Zwischenspiel" am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FSV Mainz 05 eine Fortsetzung erleben. Kompany dürfte drei Tage nach dem Pokal-Halbfinale in Leverkusen (2:0) und vor dem Hinspiel-Hit in der Vorschlussrunde der Champions League bei Paris Saint-Germain am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video und Flashscore-Audioreportage) zahlreiche Stammkräfte schonen. Er werde "Entscheidungen treffen, die logisch sind", kündigte er an.
Der Jugendtrend, bekräftigte Max Eberl die Klublinie, solle aber kein "One-Hit-Wonder" für eine Saison sein, "sondern nachhaltige Karrieren bauen". Beim "absoluten Durchstarter" Lennart Karl, auf den mehr als die Hälfte (24) der bislang 40 Bundesliga-Einsätze für die Junioren 2025/26 entfallen, ist man auf dem besten Weg dahin. Karl gilt als heißer WM-Kandidat.
Geschenkt bekomme aber keiner der Teenager was, betonte Kompany. Auch als vorzeitig feststehender Meister werde er nur Youngster einsetzen, die beweisen, "dass sie es verdienen". Wie sehr die Bosse den Jugendstil forcieren, zeigen mehrere Personalien.
Am Montag trat Ex-Profi Michael Wiesinger, zuvor sieben Jahre lang für den 1. FC Nürnberg tätig, seinen Job als neuer Leiter Sport und Nachwuchsentwicklung an. "Mir ist bewusst, welche große Verantwortung mit dieser neuen Aufgabe verbunden ist", sagte der Nachfolger von Markus Weinzierl. Im Sommer wird überdies der frühere Münchner Triple-Gewinner Dante als Trainer die zweite Mannschaft übernehmen - womöglich mit dem einstigen Superstar Franck Ribéry an seiner Seite.
Bayern an Newcastles Gordon interessiert
Auch die Personalie Manuel Neuer fügt sich in die Strategie ein. Der Kapitän soll in der kommenden Saison eine Mentor-Rolle für die jüngeren Torhüter Jonas Urbig (22) und Leonard Prescott (16) einnehmen. Neuers Verlängerung bis 2027 zeichnet sich ab, eine von der AZ gemeldete Einigung ist jedoch noch nicht erzielt, wie Freund betonte: "Die Gespräche hat es noch nicht gegeben."
Gesprochen haben sollen die Münchner dagegen mit Vertretern des englischen Nationalspielers Anthony Gordon. Der Stürmer von Newcastle United ist mit 25 Jahren zwar zu alt für den Jugendstil, würde aber insofern zur Strategie passen, dass die Bayern punktuell weiterhin auch auf teurere fertige Spieler setzen wollen. Bittsteller Kompany darf also durchaus hoffen, dass er nicht immer mit einem Apfelkuchen abgespeist wird.