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Jamal Sellami im Profil: Ein Datenfreak macht das Unmögliche möglich

Jamal Sellami (Jordanien)

GEBURTSDATUM: 6. Oktober 1970

NATIONALITÄT: Marokko

IM AMT SEIT: Juni 2024

TAKTISCHES PROFIL: Fokus auf Umschaltspiel, 3-4-3 als bevorzugte Formation

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Meisterschaft in Marokko 2020 (Raja Casablanca), Marokkos Trainer des Jahres 2020 und 2023, WM-Qualifikation 2026 (Jordanien) 

Überblick: Alle Trainerprofile zur WM 2026

Ein Datenfreak macht das Unmögliche möglich

Im Juni 2024 übernahm Jamal Sellami das Amt von seinem engen Freund und Landsmann Hussein Ammouta, der Jordanien kurz zuvor überraschend ins Finale des Asien-Cups geführt hatte. Die Erwartungshaltung in dem arabischen Land war astronomisch hoch.

Akribisch baute er auf der Arbeit seines Vorgängers auf, schließlich führte er Jordanien souverän zur ersten WM-Teilnahme der Geschichte – das Ticket für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko wurde auf direktem Wege gelöst. Das löste solch große Begeisterungaus, dass Sellamie Ende 2025 per königlichem Dekret von König Abdullah II. offiziell die jordanische Ehren-Staatsbürgerschaft verliehen wurde.

Für Sellami selbst ist es die zweite Teilnahme an einer Weltmeisterschaft, 1998 befand sich der einstige Defensiv-Spezialist im Kader seines Heimatlandes Marokko. Als Spieler und als Trainer zeichnet ihn vor allem eines aus: Sein unbändiger Ehrgeiz. Er hat eine absolute Gewinnermentalität in die jordanische Kabine importiert. Bei seinem Amtsantritt ließ er mit einer klaren Ansage aufhorchen: "Ich bin nicht gekommen, um meine Zeit oder eure Zeit zu verschwenden." 

Sellami ist auf dem Spielfeld als heißblütiger Charakter bekannt, der an der Seitenlinie kaum eine ruhige Minute hat. Er verlangt von seiner Mannschaft stets höchste Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit. Sobald das Match abgepfiffen wird, zeigt er aber auch ein anderes Gesicht. Für seine Schützlinge hat er immer ein offenes Ohr, weshalb er schon zu seiner Zeit in Marokko oft als "großer Bruder" bezeichnet wurde. 

Zudem gilt Sellami als absoluter Datenfreak. Er einer der ersten afrikanischen Coaches, die zur Trainingssteuerung und Spielvorbereitung komplexe Tracking-Daten genutzt haben. Vor den Matches bekommen seine Spieler oft maßgeschneiderte Videos auf ihre Handys geschickt, in denen mögliche Schwachstellen des Gegners ausgemacht werden.

Traditionell galt Jordanien lange Zeit als defensiv anfällig. Sellami installierte ein extrem kompaktes taktisches System, das sich bei gegnerischem Ballbesitz in ein schier unüberwindbares 5-4-1 verwandelt. Von seinen Spielern verlangt er mörderische Laufleistungen. Wer sich nicht in den Dienst der Mannschaft stellt, hat bei Sellami keinen Platz.

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