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Müller-Wohlfahrt kritisiert Profi-Geschäft: "Quote der Wiederverletzungen hoch wie nie"

"Die Klubs sind noch stärker von wirtschaftlichem Erfolg getrieben, der Ausfall eines teuer eingekauften Profis gefährdet den Erfolg", sagt der renommierte Sportmediziner im Interview mit dem Spiegel. Seine Beobachtung: "Die Quote der Wiederverletzungen ist heute so hoch wie nie."

Die Teamärzte arbeiteten laut Müller-Wohlfahrt "immer im Spannungsfeld zwischen dem, was der Verein will, und dem, was gut für den Spieler ist. Wobei die meisten von ihnen selbst schnell zurück auf den Rasen wollen." Er selbst hatte darunter gelitten, 2015 kam es beim FC Bayern zum Streit mit dem damaligen Trainer Pep Guardiola. Der Spanier warf Müller-Wohlfahrt vor, die Spieler nach Verletzungen zu lange pausieren zu lassen. Der Arzt trat zurück: "Das wollte ich nicht akzeptieren."

Weiterhin Zusammenarbeit mit Sport-Stars

Unter Jupp Heynckes kam Müller-Wohlfahrt wieder, doch 2020 zog er sich endgültig aus der Bundesliga zurück. "Ich wollte mich wieder mehr auf meine Patienten in der Praxis konzentrieren. Aber auch das Umfeld des Fußballgeschäfts war mir zunehmend fremd geworden, diese astronomischen Gehälter und Transfersummen, die mittlerweile gezahlt werden", erzählt er und ergänzt: "Der Profisport ist kälter und unpersönlicher geworden. Es gibt weniger Kameradschaft."

In seiner Münchner Praxis behandelt Müller-Wohlfahrt, mehr als zwei Jahrzehnte lang auch Arzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, noch immer Sportstars wie Leon Draisaitl (Eishockey), Dennis Schröder (Basketball) oder Alexander Zverev (Tennis). Auch internationale Athleten setzen weiter auf seine helfenden Hände. "Ich arbeite so lange, bis mir der Himmel signalisiert: Es ist genug", sagt Müller-Wohlfahrt.

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