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Rauswurf in der Nacht: Ghana-Nationaltrainer Addo singt und fliegt

Das Testspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft war für den ehemaligen Bundesligaprofi die vorerst letzte Partie an der Seitenlinie für die ghanaische Auswahl. Nach der 1:2-Niederlage, insgesamt vier Pleiten in Folge und 72 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zog der Verband die Notbremse. Addo bleibt eine zweite WM als Nationalcoach Ghanas verwehrt.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Ghana

Dabei hatte der 50-Jährige nach Schlusspfiff trotz des späten und entscheidenden Gegentreffers durch Deniz Undav (88.) noch optimistisch Richtung Sommer geblickt. "Wir wollen die Gruppenphase überstehen", formulierte er in der ARD sein WM-Ziel: Das erste Spiel gegen Panama werde "sehr wichtig, dann sehen wir weiter". Kritik gebe es immer, wenn man verliere, sagte Addo zudem, "das ist der Job des Trainers, das auszuhalten. Wir haben eine gute Führung, die in der Regel auch ruhig geblieben ist."

Addo verpasst zweite WM als Trainer

Dass es nach dem neuerlichen Rückschlag in Stuttgart schlagartig vorbei war mit der Ruhe, kam indes - vom ungewöhnlichen Zeitpunkt der Verkündung abgesehen - nicht völlig überraschend. Am Freitag war das Nationalteam beim Test gegen Österreich mit 1:5 untergegangen, was die Kritik in der Heimat abermals befeuert hatte.

Schon einmal hatte der gebürtige Hamburger, der einst für Borussia Dortmund, Mainz 05 und den HSV insgesamt 98 Bundesligapartien absolvierte, gehörig gewackelt: Nach seiner Rückkehr ins Amt vor knapp zwei Jahren verpasste er die Qualifikation für den Afrika-Cup. Die erfolgreiche WM-Quali rettete ihm dann vorerst den Job. Bereits 2022 bei der WM in Katar hatte Addo die Auswahl interimsmäßig betreut, damals schieden die Black Stars in der Vorrunde aus.

Einen Nachfolger verkündete der ghanaische Verband, bei dem die deutsche Trainerikone Winfried Schäfer als Technischer Direktor fungiert, zunächst nicht. Neben Panama trifft Ghana bei der WM in der Gruppe L noch auf England und Kroatien.

Addo wird diese Spiele statt als Trainer nun als Zuschauer erleben. "Mein Job ist immer in Gefahr", hatte er zuletzt gesagt. Ein Gefühl, das sich spätestens in der Nacht zu Dienstag als richtig herausstellte.

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