Ein zentraler Faktor ist Marcus Rashford: Der Engländer möchte seine Zelte dauerhaft in Barcelona aufschlagen. Sollten die Katalanen die vereinbarte Kaufoption ziehen, wäre der Weg frei. Doch Barças Flirt mit Julián Álvarez könnte zum Stolperstein werden: Da Álvarez für Präsident Joan Laporta oberste Priorität genießt, aber wohl über 100 Millionen Euro kosten wird, bliebe in der klammen Vereinskasse kaum Spielraum für eine Rashford-Verpflichtung.
Diese Blockade bei Barcelona könnte dem AC Mailand die Tür öffnen. Die Rossoneri stehen ebenfalls vor der Königsklassen-Qualifikation und planen eine Neuausrichtung ihrer Offensive. Ein prominentes Opfer dieser Pläne könnte Rafael Leão sein. Trotz seines unbestrittenen Talents mehren sich in Italien die Stimmen, dass er den Sprung zur absoluten Weltspitze nicht dauerhaft schafft. Angesichts eines Wochengehalts von rund 123.000 Euro zieht Milan in Erwägung, den Portugiesen in diesem Sommer gewinnbringend zu verkaufen.
Mit 13 Toren und fünf Assists in 38 Spielen liest sich Leãos Bilanz ordentlich und ist statistisch durchaus mit Rashfords Werten vergleichbar. Dennoch richtet Milan den Blick auf Alternativen – namentlich Joshua Zirkzee, der bei Manchester United derzeit einen schweren Stand hat.
Zirkzees Rückkehr nach Italien als Rettungsanker?
Der Niederländer konnte in England nie an die Form anknüpfen, die United einst dazu bewegte, ihn für viel Geld aus Bologna zu verpflichten. Die nackten Zahlen belegen, dass Zirkzee im italienischen Fußball deutlich besser aufgehoben ist: Seine Schussgenauigkeit fiel bei United von starken 54,4 % auf enttäuschende 43,8 %, die Trefferquote sank von 16,4 % auf alarmierende 12,5 %. In Bologna war er zudem wesentlich aktiver am Spiel beteiligt und gab deutlich mehr Torschüsse ab als während seiner gesamten Zeit im "Theatre of Dreams".
Für United wäre Leão die attraktivere (und günstigere) Option im Vergleich zu Chelseas Morgan Rogers, für den Aston Villa astronomische 100 Millionen Pfund aufruft. Mailand wiederum träumt davon, Zirkzee – den man schon vor seinem Wechsel nach England verpflichten wollte – in einem neu formierten Sturm neben Christian Pulisic und Alexander Sørloth aufzubieten. Damit der Deal zustande kommt, müsste Zirkzees Berater Kia Joorabchian wohl finanzielle Zugeständnisse machen, da eine Zukunft unter Michael Carrick (oder einem Nachfolger) in Manchester unwahrscheinlich scheint.
Ein Deal ohne Verlierer
Rein sportlich würde Manchester United durch Leão massiv an Effizienz gewinnen: Seine Schussgenauigkeit (56,1 %) und Passquote (83,9 %) übertreffen Zirkzees aktuelle Werte deutlich. Auch in Sachen Zweikampfführung bringt der Portugiese eine physische Komponente mit, die United gut zu Gesicht stünde.
Auf dem Papier ist dieses Tauschgeschäft ein klassisches „Win-Win-Szenario“. Ob die Verantwortlichen in Manchester und Mailand jedoch tatsächlich den Mut für dieses komplexe Konstrukt aufbringen, bleibt abzuwarten.