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"Noch ein letztes Spiel": Calhanoglu und die türkische Sehnsucht nach der WM

Seit 24 Jahren wartet die Türkei auf ihre WM-Rückkehr, das Ende dieser ewigen Durststrecke ist jedoch in Sicht. Mit einem Sieg im Fadil-Vokrri-Stadion am Dienstag (20.45 Uhr/DAZN) gegen Gastgeber Kosovo wäre Calhanoglu und Co. das Ticket für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada sicher. Nur "noch ein letztes Spiel", schrieb der Mittelfeldspieler von Inter Mailand auf Instagram, "um die Sehnsucht, die wir seit 2002 haben, zu stillen".

Zum Match-Center: Kosovo vs. Türkei

Damals, als die Mannschaft um Starstürmer Hakan Sükür erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Brasilien scheiterte und dann das Duell mit Co-Gastgeber Südkorea um Platz drei für sich entschied, kickte Calhanoglu noch in der Jugendmannschaft von Waldhof Mannheim. Nun, mehr als zwei Jahrzehnte später, kann er das Erbe von Spielern wie Sükür und Torhüter Rüstü Recber antreten.

Türkie unter Druck

Die Erwartungen an die Mannschaft, gespickt mit jungen Talenten wie Arda Güler und Kenan Yildiz, sind vor dem Finale der Qualifikation enorm. "Das ist die beste Generation, die die Türkei jemals hatte", erklärte der ehemalige Nationalspieler Erdal Keser im kicker-Interview. An ein mögliches Scheitern will der frühere Dortmunder Stürmer kaum denken. "Es wäre wirklich eine große Enttäuschung, wenn das nun auf den letzten Drücker nicht mehr klappt", sagte der 64-Jährige.

Doch Keser hat vor dem Duell mit dem Kosovo "ein sehr gutes Gefühl", auch wenn man den Gegner nicht unterschätzen dürfe, immerhin wäre auch für diesen eine WM-Teilnahme "das Allergrößte" - um genau zu sein sogar historisch. Noch nie hat die Nation, die erst seit 2016 FIFA-Mitglied ist, an einer EM oder WM teilgenommen. Nach dem 4:3 gegen die Slowakei im Halbfinale der Playoffs ist die Euphorie dementsprechend groß. Das Final-Stadion in Pristina fasse zwar nur 13.000 Zuschauer, sagte der deutsche Trainer Franco Foda dem kicker, "aber wenn es möglich wäre, würden sicherlich 100.000 kommen".

Güler: "WM unser großes Ziel"

Als Extra-Motivation hatte die Regierung um Ministerpräsident Albin Kurti im Falle einer Qualifikation sogar eine Prämie in Höhe von einer Million Euro ausgelobt, doch der WM-Traum allein ist dem ehemaligen Bundesliga-Profi Foda und seinem Team schon Antrieb genug. Nun wolle man "auch die letzte Hürde nehmen", betonte der 59-Jährige.

Das gilt auch für die Türkei, die dank eines brillanten Assists von Güler beim Erfolg gegen Rumänien (1:0) weiter hoffen darf. "Die WM ist unser großes Ziel", betonte der Youngster von Real Madrid, "und wir werden alles dafür geben."

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