ADVERTISEMENTS

EXKLUSIV: "Müssen dran glauben" – Ederson über Brasiliens WM-Hoffnungen und Ancelotti

Ederson, der aktuell bei Fenerbahce unter Vertrag steht, zog zudem Parallelen zwischen den Fans in der Türkei und den Anhängern von Corinthians und Vasco. Außerdem sprach er über die Unterschiede in der Arbeit von Carlo Ancelotti und Pep Guardiola.

Das Interview mit Ederson fand am Sonntag, den 29. März, im Trainingslager der Selecao in Florida statt, wo Brasilien im zweiten Freundschaftsspiel der Länderspielpause auf Kroatien trifft. Das vollständige Interview mit dem Torhüter finden Sie weiter unten.

Frage: Was geht Ihnen so kurz vor der Weltmeisterschaft durch den Kopf?

Antwort: Ich bin entspannt. Es sind nur noch zwei Monate, und wir haben noch viele, viele Dinge zu tun, um uns zu steigern. Aber wir haben bereirs einiges im Training umgesetzt und versuchen, so schnell wie möglich das zu verinnerlichen, was der Trainer von uns verlangt. Unser Prozess hat spät begonnen. Deshalb hoffe ich, dass wir das, was wir trainiert und geübt haben, im echten Wettkampf umsetzen können.

F: Was lässt Sie glauben, dass Brasilien Weltmeister werden kann?

A: Alles. Wir haben Qualität, wir haben Potenzial. Natürlich gibt es noch einiges zu tun, um alle Ideen des Trainers umzusetzen, damit wir gut spielen und guten Fußball zeigen können. Aber die Spieler müssen zuallererst daran glauben, denn wenn die Spieler nicht daran glauben, können wir es vergessen.

F: Dies ist Ihre dritte Weltmeisterschaft. Haben Sie sich seither sehr verändert?

A: Ja, es hat sich viel verändert. Jetzt bin ich erfahrener, reifer. Da fängt man an, die Dinge anders zu sehen. Natürlich ist die Nervosität bei den Spielern aktuell wieder etwas größer.

Man gibt alles, aber hat auch stets Angst, sich eine schwere Verletzung zuzuziehen und dadurch die Weltmeisterschaft zu verpassen. Es geht also darum, sich im Training und bei den Spielen so viel wie möglich zu engagieren und Behandlungen, Extra-Trainingslager und Extra-Aktivitäten durchzuführen, was sehr wichtig ist.

F: Im WM-Camp ist man fast 50 Tage zusammen. Wie wichtig ist es, den Charakter der einzelnen Spieler zu kennen?

A: Das ist sehr einfach. Ich kenne 99 Prozent der Spieler, die heute hier sind. Einige sind zum ersten Mal hier, aber die Neuankömmlinge bringen wir näher an uns heran, damit sie sich wohler fühlen und nicht so nervös werden.

Wir spielen mit ihnen Spiele und versuchen, sie an uns heranzuführen, ihnen das Gefühl zu geben, dass es nicht ihr erstes Mal ist, damit sie sich wohler fühlen. So können sie im Training und folglich auch im Spiel bessere Leistungen bringen.

F: Igor Thiago kämpft mit Ihrem ehemaligen Teamkollegen Haaland um die Torjägerkrone in der Premier League. Und Rayan ist gerade in Bournemouth angekommen. Wie viel kann die englische Liga einem Spieler dieses Kalibers bringen?

A: Es bringt sehr viel, denn die Premier League steht für sehr intensiven Fußball. Viele junge Spieler, die dorthin kommen, brauchen Zeit, um sich anzupassen. Wenn man sieht, wie gut Rayan spielt, dann sieht man, dass er sich sehr schnell angepasst hat.

Er brauchte eben nicht diese Zeit, um sich anzupassen. Igor Thiago hat auch schon viele Tore erzielt. Er sieht aus wie 40, aber er ist noch ein junger Bursche. Ich denke also, dass beide eine große Zukunft vor sich haben, und ich bin sicher, dass die Nationalmannschaft viel Freude an ihnen haben wird.

F: Sie hatten die Gelegenheit, mit Guardiola und Ancelotti zu arbeiten. Wie ist es, täglich mit diesen beiden zu arbeiten? Sind sie sehr unterschiedlich?

A: Sie haben unterschiedliche Persönlichkeiten. Ancelotti ist entspannter, Guardiola ist intensiver, aber sie sind trotzdem zwei großartige Trainer, und ich hatte das Privileg, mit beiden arbeiten zu können.

F: Ist Ancelotti vielleicht eher ein Psychologe?

A: Ancelotti redet mit jedem, er spricht mit den Spielern unter vier Augen. Ich denke, das ist eine normale Sache, die alle Trainer mit ihren Spielern machen. Und dass Ancelotti mit seinem Namen gewaltige Erfahrung an uns weitergibt, ist sehr positiv.

F: Haben Sie das Gefühl, dass für Sie ein großer Moment in der Nationalmannschaft kommt?

 

A: Ich versuche, so zu arbeiten, als ob mein großer Moment morgen wäre. Unabhängig davon, ob ich spiele oder nicht, habe ich mich immer auf die gleiche Art und Weise vorbereitet. Denn die Gelegenheit kommt, wenn man sie am wenigsten erwartet. Also muss man vorbereitet sein.

F: Wie ist es, jetzt in der Türkei zu spielen? Hatten Sie Gelegenheit, sich mit Taffarel über den lokalen Fußball und Rivalitäten zu unterhalten?

A: Ja, der Fußball ist verrückt dort. Aber die Türkei ist ein sehr gutes Land, und die Menschen dort sind sehr sportbegeistert, nicht nur im Fußball. Es erinnert ein bisschen an Brasilien, ein bisschen an Corinthians, die Fans von Corinthians, Vasco, Flamengo, die fanatischsten Fans, die die ganzen neunzig Minuten lang anfeuern.

Aber was mich wirklich an die Corinthians- und Vasco-Fans erinnert, ist, dass die Leute dort fanatisch sind, mit der Mannschaft leben und leiden. Das ist ganz anders als das, was ich aus England gewohnt war. Dort leben die Leute das Spiel mehr als in England.

F: Wie sieht der Rest Ihrer Saison in der Türkei aus?

A: Es läuft gut in der Türkei. Wir sind Zweiter in der Liga, aber alles ist noch offen. Wir werden bis zum letzten Spieltag kämpfen und daran glauben, dass es möglich ist. 

 

Вам также может понравиться