Miroslav Koubek (Tschechien)
GEBURTSDATUM: 1. September 1951
NATIONALITÄT: Tschechische Republik
IM AMT SEIT: Dezember 2025
TAKTISCHES PROFIL: Organisierte Defensive, hohe taktische Disziplin
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Tschechischer Meister 2015 (Viktoria Pilsen), Trainer des Jahres in Tschechien 2024
Überblick: Alle Trainerprofile zur WM 2026
Spätes Glück für den unermüdlichen Arbeiter
Im Herbst 2025 versank die tschechische Nationalmannschaft im Chaos. Nach einer peinlichen Niederlage gegen die Färöer-Inseln musste Trainer Ivan Hasek gehen. Also übernahm im vergangenen Dezember Oldie Miroslav Koubek das Amt – mit dem klaren Auftrag, das Team doch noch zur WM zu führen. Was bekanntlich gelungen ist.
Koubek verpasste seiner Mannschaft sofort eine bis dahin noch nicht gekannte Nervenstärke. In den Playoffs machte Tschechien gegen Irland zunächst einen 0:2-Rückstand wett und setzte sich anschließend im Elfmeterschießen durch. Auch das entscheidende Spiel gegen Dänemark wurde vom Punkt aus entschieden – und erneut durften Koubeks Schützlinge jubeln.
Koubeks oberste Priorität bei seiner Amtsübernahme war es, dem Team ein klares taktisches Korsett zu verpassen. Er stellte erfolgreich auf ein variables 3-4-2-1-System um. Seine Philosophie war es schon immer, dass Kollektiv über einzelne Spieler zu stellen – wodurch individuelle Defizite effektiv kompensiert werden können.
Ihm kommt ebenso zur Geltung, dass er den tschechischen Fußball in- und auswendig kennt. Der ehemalige Torwart arbeitet seit 1983 fast ununterbrochen als Trainer. Seine Anfänge machte er dabei im Unterhaus, erst allmählich kletterte er in der Karriereleiter nach oben. Doch erst 2015 feierte er seinen ersten großen Titel, als er Viktoria Pilsen zum Gewinn der nationalen Meisterschaft führte.
Koubek gilt als strenger Coach mit klaren Prinzipien. Von seinen Spielern und Mitarbeitern fordert vor allem eine Sache regelmäßig ein: Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin. Doch trotz dieser Einstellung einer bitterbösen Miene hat Koubek einen feinen Sinn für Humor, den seine Spieler enorm schätzen. Auch nach der gelungenen WM-Qualifikation gab er seiner Truppe die offizielle Erlaubnis, bis ins Morgengrauen zu feiern – wobei er sich auch selbst frischgezapftes Bier gönnte.
Trotz seines hohen Alters ist Koubek keine Moderniesierungs-Verweigerer. Im Gegenteil: Er überlässt nichts dem Zufall und ist großer Liebhaber der Videoanalyse. Der 74-Jährige ist bekannt dafür, sich perfekt auf den nächsten Gegner vorzubereiten und diesen bis ins letzte Detail zu analysieren.
WM 2026 Auslosung: Alle Gruppen der Endrunde im Überblick