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Lewandowski über Yamal, Reus und Co.: "Sieger aus Bayern-PSG gewinnt die CL"

Das Gespräch verlief informell, da die Moderatoren die Fragen direkt aus dem Live-Chat filterten. Dabei ging es gleichermaßen um Lewandowskis Alltag wie um rein sportliche Themen. Ein interessantes Detail gab es vorab: Der Organisator verriet, dass sein Nationalmannschaftskollege Jan Bednarek den Kontakt gesucht habe, um Kindern der Stiftung ein Treffen mit der Nationalelf zu ermöglichen.

Lewandowski bestätigte dies im Stream, schmunzelte dann aber, dass er wohl schon "zu viel verraten" habe. Fans deuteten diese Aussage prompt als Zeichen dafür, dass seine Zeit im Nationalteam trotz der verpassten WM-Qualifikation noch nicht endet. Hier die wichtigsten Aussagen aus dem Interview.

Messi oder Ronaldo?

"Das ist schwer zu sagen, da ich zu verschiedenen Zeiten mit beiden konkurriert habe. Jeder Fan hat da seine eigene Vorliebe, daher möchte ich mich nicht festlegen. Da ich jetzt für Barcelona spiele und wir in derselben Gegend wohnen, bin ich Leo natürlich näher. Aber eine endgültige Antwort gebe ich nicht. Das ist ein Thema, das die Fans ewig beschäftigen wird – wer mehr erreicht oder die schöneren Tore geschossen hat."

Lewandowski und die Barca-Jugend

Welcher Verteidiger war Ihr härtester Widersacher?

"Gegen Sergio Ramos war es immer eine Herausforderung. Ich habe diese Duelle geliebt, er war ein echter 'Bulle' auf dem Platz. Wenn ich wusste, dass er mein Gegenspieler ist, war klar: Das wird ein intensives Spiel mit richtig guten Zweikämpfen."

Mit wem verstehen Sie sich bei Barca am besten?

"Anfangs war der Altersunterschied zur jungen Generation spürbar, aber mittlerweile verstehe ich mich blendend mit den Jüngeren, etwa Gavi oder Lamine Yamal. Wojtek Szczęsny klammere ich mal aus, das versteht sich von selbst. Zu Beginn half mir der Austausch auf Deutsch mit Marc-André ter Stegen oder auf Englisch mit Frenkie de Jong. Heute scherzen wir viel in der Kabine. Wenn ich die Themen der 18-Jährigen höre, muss ich mich als erfahrener Profi manchmal 20 Jahre zurückversetzen."

Wie ist Lamine Yamal privat?

"Er ist sehr bodenständig, auch wenn die Erwartungshaltung der Welt eine riesige Herausforderung für ihn sein wird. Es ist Wahnsinn, in diesem Alter auf solchem Niveau zu agieren. Er ist ein toller Charakter und weiß genau, wie viel Arbeit noch vor ihm liegt. Sein mediales Image unterscheidet sich stark von seinem wahren Ich im direkten Kontakt. Ich drücke ihm die Daumen, dass er diese innere Stärke behält. Niemand ist in seinem Alter schon so weit wie er."

Wer gewinnt dieses Jahr die Champions League?

"Ich tippe auf den Sieger aus der Begegnung Paris Saint-Germain gegen Bayern München."

Könnte Arsenal mit ihrem physischen Stil überraschen?

"Nun, sie spielen ja erst einmal das Halbfinale gegen Atletico. Aber wenn man sich den Fußball anschaut, den PSG und Bayern derzeit zeigen, wird meiner Meinung nach der Gewinner aus diesem Duell auch den Titel holen."

Welches Tor bleibt unvergessen?

"Spontan fallen mir drei ein: Das Eröffnungstor in Warschau gegen Griechenland bei der Euro 2012, mein fünfter Treffer beim Fünf-Tore-Spektakel in neun Minuten gegen Wolfsburg und das Tor gegen Villarreal für Barcelona, als ich mit einer Drehung zwei Verteidiger gleichzeitig ins Leere laufen ließ."

Wer war Ihr wichtigster Trainer?

"Klopp und Guardiola."

Gilt Guardiola nicht als sehr streng?

"Manche Spieler tun sich schwer mit ihm. Aber wenn er dein Potenzial erkennt und an dich glaubt, fordert er dich extrem. Wenn man das als Chance begreift, sich weiterzuentwickeln, profitiert man enorm von seinem Stil."

Ein Rat für junge Talente?

"Das gilt für junge Fußballer ebenso wie für die Kinder der Cancer Fighters Foundation: Gebt niemals auf! Verfolgt eure Träume. Es gibt immer viele Leute, die von außen kluge Ratschläge geben, aber am wichtigsten ist es, auf die eigene innere Stimme zu hören. Das ist der Schlüssel."

Kaum noch Kontakt zu Reus

Welcher Verein hat Sie am meisten geprägt?

"Ich habe das Glück, immer für die Klubs gespielt zu haben, für die ich spielen wollte. Ich konnte meine Träume verwirklichen. Ich bin genau dort, wo ich sein wollte – viel mehr kann man sich nicht wünschen."

Planen Sie eine Karriere als Trainer?

"Nach all den Jahren im Profifußball möchte ich erst einmal Abstand gewinnen und andere Dinge ausprobieren. Vielleicht kommt die Sehnsucht irgendwann zurück, aber das Leben eines Trainers ist unglaublich hart. Ich weiß nicht, ob ich mir das direkt antun möchte."

Ihr Lieblingskollege in der Nationalmannschaft?

"Aktuell verstehe ich mich besonders gut mit Jakub Moder und Karol Świderski. Viele Weggefährten meiner Generation sind ja leider nicht mehr dabei."

Haben Sie noch Kontakt zu Marco Reus?

"In letzter Zeit kaum noch. Seit seinem Wechsel nach Los Angeles ist der Kontakt leider etwas eingeschlafen. Dafür habe ich neulich mit Thomas Müller telefoniert und ihn gefragt, wie es ihm im kalten Kanada so ergeht. Er ist ein großartiger, positiver Mensch. Er redet zwar ununterbrochen, aber auf dem Platz ist seine Kommunikation und sein taktisches Verständnis Gold wert. Es war eine fantastische Zeit mit ihm."

Was halten Sie von Oskar Pietuszewski?

"Ein super Junge, der aber noch einen weiten Weg vor sich hat. Es wird Rückschläge geben, aber ich traue ihm den Durchbruch zu. So ein Talent ist selten, aber das Umfeld ist in diesem Alter oft entscheidend – es kann fördern oder eben auch hindern."

Hätte Polen die Euro 2016 gewinnen können?

"Ob wir den Titel geholt hätten, weiß ich nicht. Aber wenn wir das Halbfinale erreicht hätten, wäre das Finale sehr wahrscheinlich gewesen. Wales war damals physisch am Ende und durch Sperren geschwächt – die hätten wir mit großer Sicherheit geschlagen."

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