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Zlatko Dalic im Profil: Prediger der Demut und strenger Katholik

Zlatko Dalic (Kroatien)

GEBURTSDATUM: 26. Oktober 1966 

NATIONALITÄT: Kroatien

IM AMT SEIT: Oktober 2017

TAKTISCHES PROFIL: Fokus auf Stabilität und dominantes Mittelfeld

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: UAE-Meister 2015 (Al-Ain FC), Vize-Weltmeister 2018, WM-Dritter 2022, Finalteilnahme UEFA Nations League 2023 (Kroatien) 

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Prediger der Demut

Zlatko Dalic ist ein streng gläubiger Katholik. Bei fast jedem Spiel der kroatischen Nationalmannschaft kann man ihn regelmäßig dabei beobachten, wie er sich in die Hostentasche greift, um einen Rosenkranz zu umklammern, den er einst von seiner Mutter bekommen hat. "Alles, was ich im Leben erreicht habe, verdanke ich Gott und meinem Glauben", lautet ein bekanntes Zitat von Dalic.

Immer wieder zeichnet er sich dadurch aus, Demut zu predigen. Im kroatischen Teamquartier organisiert er regelmäßig Spieleabende, in denen Darts- oder Tischtennis-Turniere veranstaltet werden. Auch bei der Auswahl seiner Mitarbeiter legt er großen Wert darauf, dass sie zur Teamchemie passen und eine positive Atmosphäre versprühen.

So brachte er auch die Superstars rund um Luka Modric schnell auf seine Seite. Dalic hat so gut wie nie einen Wutanfall, vielmehr wird er von Wegbegleitern häufig als feinfühliger Psychologe beschrieben. Zudem gilt er als enorm bodenständig, seine Urlaube verbringt er nicht auf luxuriöse Weise, sondern am liebsten beim Kaffeetrinken mit alten Freunden. 

Als Spieler hat er keine glamouröuse Karriere hinter sich – und auch als Trainer galt er nie als großes Talent. Vieles im Leben musste sich Dalic, der auch vom Jugoslawien-Krieg in den 1990er-Jahren entscheidend geprägt wurde, hart verdienen. 

Auch kroatischer Nationaltrainer wurde Dalic eher durch Zufall. Im Oktober 2017 stand Kroatien vor dem Kollaps. Die WM-Qualifikation drohte zu scheitern, Trainer Ante Cacic wurde gefeuert. Dalic wurde zunächst als Notnagel geholt, er war nur als Interimslösung angedacht.

Ohne eine einzige Trainingseinheit geleitet zu haben, flog er mit dem Team zum entscheidenden Quali-Spiel nach Ukraine, gewann 2:0 und löste das WM-Ticket. Was als Interimslösung gedacht war, wurde zum Beginn der erfolgreichsten Ära der kroatischen Fußballgeschichte. Bei der Weltmeisterschaft Russland erreichten die "Vatreni" sensationell das Endspiel, vier Jahre später in Katar scheiterte erst im Halbfinale am späteren Champion Argentinien.

Dabei war Kroatiens Spiel jahrelang auf das Weltklasse-Mittelfeld mit Modri, Marcelo Brozovic und Mateo Kovacic zugeschnitten. Nach dem Nationalmannschafts-Rücktritt von Marcelo Brozovic stand Dalic dementsprechend vor einer Mammutaufgabe. Ihm gelang jedoch der schwierige Wechsel vom jahrelang etablierten 4-3-3 zu einer flexiblen Dreierkette. Spieler gehen, Dalic bleibt – und mit ihm auch der Erfolg.

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