In einer nervenaufreibenden Partie in Zenica erkämpfte sich Bosnien nach einem Rückstand gegen ein dezimiertes Italien ein 1:1 nach Verlängerung. Doch Sekunden vor dem Abpfiff der Schock: Nach einem Foul von Davide Frattesi blieb Dzeko am Boden liegen.
Die Sorgen der heimischen Fans wuchsen, als der Rekordtorschütze mit dick bandagierter Schulter zur Platzwahl in den Mittelkreis zurückkehrte. Die Kapitäns-Formalitäten vor dem Punkt-Showdown überließ er schließlich einem Mitspieler.
"Ich sage es immer wieder: Es muss Schicksal gewesen sein, dass es genau in der letzten Sekunde passierte und ich nicht antreten konnte", erklärte Dzeko auf einer euphorischen Pressekonferenz am Mittwoch. "Jemand anderes übernahm meinen Part, traf, und am Ende sind wir als Sieger vom Platz gegangen. Wer weiß, vielleicht hätte ich verschossen? Es fühlt sich an, als sei das alles von oben gesteuert worden."
Nervenstärke der jungen Garde
Im Elfmeterschießen selbst musste Torhüter Nikola Vasilj kaum eingreifen: Pio Esposito setzte den ersten Ball weit über den Kasten, Bryan Cristante traf nur das Aluminium. Die bosnischen Schützen hingegen blieben eiskalt und verwandelten alle vier Versuche souverän.
Besonders bemerkenswert: Die beiden letzten Schützen, der 18-jährige Kerim Alajbegovic und der 21-jährige Esmir Bajraktarevic, sind zusammen jünger als Dzeko selbst. Dennoch bewiesen die Youngster beeindruckende Nervenstärke.
Blickrichtung Weltmeisterschaft
Dzeko, der bereits bei Bosniens WM-Debüt 2014 auf dem Platz stand, feierte den Erfolg trotz Armschlinge ausgelassen. Hinsichtlich des Turniers gab der Altmeister vorsichtige Entwarnung:
"Wir sind alle erleichtert, was den Arm betrifft; es ist nicht das befürchtete Worst-Case-Szenario", so Dzeko. "Wahrscheinlich ist keine Operation nötig. Ich hoffe, dass ich in etwa vier bis sechs Wochen wieder auf dem Platz stehe."