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Schalke probt die Aufstiegsfeier – selbst Muslic denkt kurz an die Bundesliga

Das Spiel lief noch, als die Schalker Fans den Klassiker anstimmten. "Oh, wie ist das schön", schallte es durch die ausverkaufte Arena – wie zuletzt vor elf Monaten. Nur diesmal war alles anders. "Das wurde im Mai 2025 auch gesungen", erinnerte sich Kapitän Kenan Karaman, "da war es aber gegen uns gerichtet."

Damals verlor Schalke 04 am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga 1:2 gegen die SV Elversberg und wurde nach der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte vom eigenen Anhang verhöhnt. Jetzt, beim souveränen 4:1 (2:0) gegen Preußen Münster, probte Königsblau die Aufstiegsparty, die schon in zwei Wochen Realität werden könnte.

"Ich habe den Moment auf der Ersatzbank genossen", sagte Karaman, der nach einem Tor, einer Vorlage und einer Glanzleistung vorzeitig ausgewechselt worden war, "das tut mir persönlich gut, und auch den Jungs, die das vergangene Jahr mitgemacht haben." Der 32-Jährige ist der einzig verbliebene Spieler, der den Abstieg 2023 miterlebte - und anschließend den Tabellenkeller der 2. Liga durchschritt.

Match-Center: Schalke 04 vs. Preußen Münster

Die ganz große Party wartet noch

Die Rückkehr in die Bundesliga nach drei Jahren steht bevor, vier Spieltage vor Schluss ist der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte angewachsen. Kein Wunder, dass am Sonntag in der erneut ausverkauften Arena bereits Partystimmung herrschte.

Nur einer ließ sich auch nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage noch nicht anstecken. Ob man jetzt die "Partywochen für die Fans" freigeben könnte, wurde Trainer Miron Muslic nach dem Spiel am Sky-Tisch gefragt. "Ihr könnt machen, was ihr wollt", antwortete der Erfolgscoach grinsend, "ich mach das nicht."

Immerhin einmal redete er über die Bundesliga - aber nur ganz kurz. Als ihm eingespielt wurde, dass sein Dortmunder Trainerkollege Niko Kovac ein Revierderby gegen Schalke "gerne mal erleben" würde, sagte Muslic: "Das zeugt von Größe und Charakterstärke. Dementsprechend: Wenn das nächstes Jahr passiert, sind wir dabei."

Muslic spuckt keine großen Töne

Ganz so weit ist es noch nicht, doch dass der BVB-Trainer den Erzrivalen "auf einem guten Weg" sieht, nimmt man auf Schalke natürlich erfreut zur Kenntnis. Und die Fans sangen bereits: "Die Nummer eins im Pott sind wir." Dass die ganze Bundesliga den Traditionsklub mit dem dritthöchsten Zuschauerschnitt in Deutschland mit offenen Armen willkommen heißen würde, weiß auch Muslic.

Doch der Österreicher mit bosnischen Wurzeln bleibt strikt bei seiner Arbeitsweise. Und seinen, "ein bisschen langweiligen" Aussagen. So, wie er aus dem desolaten Haufen, der beinahe in die 3. Liga abgestürzt war zuerst eine kompakte, defensivstarke Einheit – und dann in der Rückrunde eine spielstarke, offensivfreudige Aufsteigermannschaft machte, geht er auch in den Endspurt: fokussiert, sachlich, geerdet, ohne große Töne zu spucken. 

"Wir sind klar, wir sind gefestigt, wir sind strukturiert", betonte Muslic, "wir haben die letzten zehn Monate vorbereitet, dass die Mannschaft, wenn es um alles geht, am Peak ist – und das sind wir."

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