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Malle-Trip vs. "Reise zum Mars": Auf Elversbergs Party folgt die Bundesliga-Mission

Vorläufiger Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Party am Montagabend. Ob des fehlenden Balkons war ein Gerüst aufgebaut worden, nach und nach präsentierten sich dort die SVE-Profis, hüpften Arm in Arm im Konfettiregen und stimmten mit den rund 5000 Fans Gesänge an. Trainer Vincent Wagner spritze mit zwei Bierflaschen in die Menge.

Schon am Vortag hatte sich der Blick des Trainers aber schnell auf die anstehenden Mammutaufgaben in Deutschlands Eliteliga gerichtet. "Jetzt wartet die Reise zum Mars", sagte Wagner: "Das hat noch keine Person geschafft, das wird nun die Aufgabe. Mit Elversberg den Klassenerhalt zu schaffen, ist wie die Reise zum Mars." Zugleich gratulierte er dem Klub, da er durch den Aufstieg schon für die Saison 26/27 "den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft" habe.

"Unser Stil wird so bleiben"

Diese Demut und das ruhige Umfeld zeichnen die Saarländer aus, die vor gerade einmal fünf Jahren noch vor 400 Zuschauern in der Regionalliga spielten. In die Bundesliga werde das Team "reinwachsen müssen", betonte Wagner. Die um 20 Millionen Euro höheren Fernsehgelder seien zwar "ein Riesenstep für den Verein", dennoch werde die SVE als Aufsteiger "nicht die Möglichkeit" haben wie etwa der Hamburger SV, der im Vorjahr plötzlich Spieler der Marke Luka Vuskovic oder Fabio Vieira geholt hatte.

"So Leute kommen ja niemals nach Elversberg. Die gehen halt zu geilen Vereinen - wie Dzeko zu Schalke", sagte Wagner. In der 12.800-Seelen-Gemeinde müsse man es dagegen "mit Kontinuität, voller Euphorie und unserer Art und Weise angehen". Neben punktuellen Verstärkungen gehe es darum, den Aufstiegskader, den erstmal nur der von Hoffenheim ausgeliehene Bambasé Conté verlassen wird, weiterzuentwickeln. "Unser Stil wird so bleiben und es wird eine brutale Herausforderung", so Wagner.

Riesen-Party auf Mallorca?

Nach 33 Jahren brachte die SV Elversberg das Saarland zurück auf die Erstliga-Landkarte und löste als 59. Bundesligist Unterhaching (22.000) als historisch kleinsten Standort ab. "Das Saarland ist stolz auf euch", schrieb Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die beim entscheidenden 3:0 (2:0) gegen Preußen Münster auf den Rängen mitgejubelt hatte. "Es ist ein großer Traum, der in Erfüllung geht, das kleine Saarland in die Bundesliga zu bringen", sagte Conté. Die Stadionbaustelle soll im Laufe der Rückrunde fertig werden, dann passen immerhin 15.000 Menschen an die Kaiserlinde.

Die SVE habe "schon mit den besten Fußball der Liga gespielt", schwärmte Tom Zimmerschied bei Sky, aber die Bundesliga werde "nochmal ein anderes Level". Die Vorfreude auf Gastspiele in den großen Arenen von München, Dortmund oder Frankfurt sei jedoch riesig. "Wenn man das alles mal gespielt hat, kann man überall einen Haken hinter machen und sehr stolz auf sich sein. Die Bundesliga ist die Krönung der Arbeit der letzten Jahre."

Doch zunächst soll gefeiert werden. Auf Ibiza, wie die Schalker zuletzt, oder doch auf Mallorca? "Ich glaube, wir sind schon Team Malle", sagte Zimmerschied und grinste: "Das ist noch ehrliches Feiern dort."

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