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Tottenham am Abgrund: De Zerbi will vom Abstieg noch nichts wissen

Denn die Realität sieht anders aus. Fünf Spieltage vor Schluss liegt Tottenham, vor einem Jahr noch Gewinner der Europa League, auf einem Abstiegsplatz, zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Die Londoner haben im Jahr 2026 keines ihrer 15 Ligaspiele gewonnen, es droht der erste Abstieg seit 1977. Dabei verfügen die Spurs gemessen am Marktwert über den fünftbesten Kader der Liga.

Spaß hat nur die Konkurrenz. Die Fans des Erzrivalen Arsenal feierten schon am 1. März und damit so früh wie nie den "St. Totteringham's Day" – jenen Tag, an dem Tottenham die Gunners in der Tabelle nicht mehr überholen kann. War es vielleicht der letzte Feiertag für lange Zeit? "Klar, wir hätten alle was zum Lachen", heißt es auf der eigens eingerichteten Homepage: "Aber wann sollen wir dann St. Tott's feiern?"

"Werden bis zum Ende kämpfen"

Noch aber besteht Hoffnung für Tottenham. Beim jüngsten 2:2 gegen Brighton & Hove Albion war erstmals De Zerbis Pressing-Fußball zu sehen. Auch das Publikum im 2019 eröffneten, eine Milliarde Euro teuren Stadion stand voll hinter der Mannschaft – bis in der fünften Minute der Nachspielzeit der Ausgleich fiel.

"Ich habe gute Zeichen gesehen. Ich habe Blut, Charakter, Qualität und Organisation gesehen. Wir werden bis zum Ende kämpfen", sagte De Zerbi anschließend. Schon am Samstag (16.00 Uhr/Sky) zählt bei Schlusslicht Wolverhampton Wanderers nur ein Sieg, zumal die Wolves bereits als Absteiger feststehen. Gelingt das nicht, würde Tottenham den 91 Jahre alten Klubrekord der längsten Serie ohne Sieg einstellen.

De Zerbi würde seinen Namen nur ungern mit einem solchen Rekord verbinden. "Wir haben noch genug Zeit, und wir haben genug Qualität. Ich mag keine Leute, die rumheulen oder zu negativ denken", sagte der nach Thomas Frank und Igor Tudor dritte Coach der Saison. Sein Mantra: "Ich glaube an die Spieler, und die Spieler müssen an mich glauben."

Ein Abstieg wäre ohne Frage eine Zäsur. Seit der direkten Rückkehr 1978 ist Tottenham ohne Unterbrechung erstklassig, länger gilt dies nur für Arsenal, Everton, Liverpool und Manchester United. Gut möglich aber, dass sich die Spurs bald mit weniger pompösen Namen messen müssen. Die Fans von Drittliga-Spitzenreiter Lincoln City jedenfalls freuen sich schon auf das Auswärtsspiel in London. "Tottenham away olé olé" ist seit Wochen das neue Lieblingslied der Imps.

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