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Nach Elfmeter-Krimi: Paris Saint-Germain gewinnt die Champions League

 Die Londoner um Nationalspieler Havertz warten damit weiter auf den ersten Henkelpott der Klubgeschichte, der französische Meister dagegen krönte sich zum zweiten Mal. Die Pariser bleiben unter Taktik-Freak Luis Enrique das Maß aller Dinge im europäischen Klubfußball. Das von Katar finanzierte Milliardenprojekt, aus dem sich dank Enrique eine echte Einheit gebildet hat, schob sich in Budapest dazu in einen exklusiven Kreis: Als zweites Team nach Real Madrid wiederholte PSG einen Titelgewinn in der Champions League in der Folgesaison.

Zum Match-Center: Paris Saint-Germain vs. Arsenal FC

Dem Showdown in der ungarischen Hauptstadt hatte zunächst Havertz seinen Stempel aufgedrückt. Der DFB-Stürmer nutzte die erste Chance des Spiels mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel (6.) und traf damit als erster Deutscher in zwei Champions-League-Endspielen.

Dembelé bleibt eiskalt vom Punkt

Weil Weltfußballer Ousmane Dembélé per Foulelfmeter (65.) jedoch für Paris ausglich, ging es letztlich ins Elfmeterschießen. Gabriel schoss für Arsenal entscheidend über das Tor, der Rest war grenzenloser Jubel bei PSG. Schon 2025 war Paris über Inter Mailand hinweggefegt (5:0), unweit des Eiffelturms ist für Sonntag nun eine riesige blau-rote Party geplant. Havertz indes verpasste nach dem Erfolg 2021 mit dem FC Chelsea (1:0 über Manchester City) seinen zweiten Henkelpott.

Dennoch soll auch in London gefeiert werden - allerdings "nur" die Meisterschaft. Den Gunners blieb zwar die Erkenntnis, wieder zur europäischen Spitze zu gehören, doch der erste Königsklassen-Triumph muss warten. Schon 2006 hatte Arsenal im Finale von Paris gegen Barcelona verloren (1:2).

Unter den 61.035 Fans in der ausverkauften Puskas-Arena hatte auch die gehobene Sport-Prominenz um Stars wie Thierry Henry oder FIFA-Präsident Gianni Infantino Platz genommen. Aus der Ferne drückten die WM-Fahrer der deutschen Nationalmannschaft ihrem Mitspieler Havertz die Daumen. "Ich hoffe, dass er mit einem Erfolgserlebnis hierherkommt und den Titel mitbringt. Und dann mit einer positiven Energie ins Turnier startet", sagte Kapitän Joshua Kimmich. Die DFB-Auswahl verfolgte das Spiel gemeinsam im Frankfurter Teamhotel.

Knapp 1000 Kilometer südöstlich erhielt Havertz, der 35 Saisonspiele verletzungsbedingt verpasst hatte, Artetas Vertrauen und begann in der Startelf - es sollte sich auszahlen. Obwohl es Arsenal ohne Niederlage und mit gerade einmal sechs Gegentoren ins Endspiel geschafft hatte, gingen die Engländer als Herausforderer ins Duell. "Wir sind hier, um ihnen den Titel abzunehmen", sagte Arteta.

Torlose Verlängerung

Noch lauter als bei "Mr. Brightside" von der US-Rockband The Killers bei der Eröffnungsshow wurde es wenige Minuten später. Ein verunglückter Befreiungsschlag von PSG-Verteidiger Marquinhos landete im Lauf von Havertz. Der 26-Jährige drosch den Ball unhaltbar ins Tor.

Die Führung kam der besten Defensive des Wettbewerbs äußerst gelegen. Arsenal verteidigte im tiefen Block mit Havertz oft nur wenige Meter vor dem eigenen Strafraum. Die Ballkünstler von Paris wussten zu wenig mit ihren teilweise knapp 80 Prozent Ballbesitz anzufangen. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert ließ in der Zweikampfbewertung internationale Härte zu, griff allerdings früh beim Zeitspiel der Gunners durch: Verteidiger Cristhian Mosquera sah Gelb (47.).

 

Für seine Leistung wurde er im Anschluss an dieses Finale von Ex-Referee Torsten Kinhöfer im ZDF gelobt: "Es ist ein unmenschlicher Druck. Da muss man den Hut vor ziehen. Er hat Werbung für das deutsche Schiedsrichterwesen geliefert." Siebert, EM-Referee von 2021 und 2024, habe eine "natürliche Autorität" ausgestrahlt, ergänzte Kinhöfer: "Er war bei den populären Entscheidungen immer präsent und hat alles im Griff behalten." 

Dieser brachte danach Khvicha Kvaratskhelia im Strafraum zu Fall. Siebert zeigte entschlossen auf den Punkt, Dembélé verwandelte cool links unten. Dann drehte PSG auf, Kwarazchelia scheiterte am Pfosten (77.) Doch es ging in die Verlängerung, in der Havertz entkräftet auf der Bank blieb. Arsenal forderte dann bei Siebert vehement, aber vergeblich einen Strafstoß, als Noni Madueke zu Fall kam (102.). Ein Tor wollte bis zum Elfmeterschießen nicht mehr fallen.

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