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Vincenzo Montella im Profil: Der charismatische Stratege

Vincenzo Montella (Türkei)

GEBURTSDATUM: 18. Juni 1974 

NATIONALITÄT: Italien

IM AMT SEIT: September 2023

TAKTISCHES PROFIL: Variables 4-2-3-1, oft mit falscher Neun

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Viertelfinale EM 2024, WM-Qualifikation 2026 (Türkei), Italienischer Supercup-Sieger 2016 (AC Milan)

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Der charismatische Stratege 

Die Türkei ist für den jeweiligen Nationaltrainer oft einem Minenfeld. Nur selten lassen sich die mächtigen Funktionäre ins Wort reden. Die Fans sind für ihre Heißblütigkeit und Emotionalität bekannt. Und die Rivalitäten zwischen den großen Klubs wie Galatasaray und Fenerbahce erschweren es, im Team selbst für echten Zusammenhalt zu sorgen.

Obwohl das Land unglaublich fußballverrückt ist, war die Mannschaft darum auf internationaler Bühne nur selten wirklich erfolgreich. Lediglich Şenol Güneş, der sein Heimatland bei der Weltmeisterschaft 2002 bis ins Halbfinale brachte, und Fatih Terim, dem dasselbe Kunsstück bei der EM 2008 gelungen war, konnten als türkische Nationaltrainer den Bann durchbrechen. 

Ausländische Trainer hatten es am Bosporus hingegen schwer. Nicht so Vincenzo Montella. Schnell war es dem Italiener gelungen, die türkische Kultur zu inhalieren, immer wieder betonte der gebürtige Neapoletaner, wie viele Ähnlichkeiten es zwischen seinem Herkunftsland und seiner neuen Heimat gebe. Mit dem Ausspruch "Ich esse wie ein Türke, ich denke wie ein Türke", verschaffte er sich in der Presse schnell hohes Ansehen.

Dass er zum Nationaltrainer bestellt wurde, galt fast als logischer Schritt. Nach durchwachsenen Anstellungen in der Serie A und beim FC Sevilla übernahm er 2021 Adana Demirspor – wo es ihm erfolgreich gelang, Starspieler Mario Balotteli zu zähmen. Und starke Charaktere zu bändigen, das ist auch seine primär Aufgabe im türkischen Nationalteam. 

Dass er sich bei seinen Kadernominierungen kaum von der öffentlichen Stimmung lenken lässt, verschafft Montella bald den nötigen Respekt, um in Ruhe seine Arbeit verrichten zu können. Jungstars wie Arda Güler und Kenan Yildiz integrierte er in sein Team, noch ehe sie bei ihren Klubs zu Stammspielern herangereift waren – mittlerweile zählen beide zu den absoluten Leistungsträgern. 

Zudem gibt er auch weniger prominenten Spieler aus der heimischen Süper Lig immer wieder die Chance, sich im Nationaltrikot zu beweisen – wenn sie dazu bereit sind, sich der bestehenden Hierarchie unterzuordnen und Montellas taktische Ideen konsequent umzusetzen. Denn Montella ist nicht nur ein Menschenfänger – sondern hat auch eine klare taktische Vision. 

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