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Spitzen-Schiedsrichter Aytekin beklagt Hass gegen Referees

In der Öffentlichkeit fehlt aus Sicht des 47-Jährigen aber das Bewusstsein für den Druck, der auf den Referees auf der höchsten Ebene lastet. "Viele denken immer noch, wir fahren da am Samstag hin, pfeifen mal rechts, mal links, und dann gehen wir wieder nach Hause", sagte Aytekin, der seit 2008 in der Bundesliga Spiele leitet. "Aber den Aufwand, der dahinter steht, sehen sie nicht, die Opfer, die wir bringen, sehen sie nicht."

Auf dem Feld sei das Stresslevel durch die Entwicklung des Fußballs dazu "permanent am Anschlag". Es gebe "bald gar keine Ruhephasen mehr". Und: "Selbst wenn wir alles richtig machen, gibt es Leute, die gegen uns sind", monierte Aytekin. Dies sei ein "Teil des Jobs".

Chefarzt beleidigte Aytekin schwer

Der gebürtige Nürnberger, der von den Spielern hierzulande 2011 zum unbeliebtesten Schiedsrichter gewählt worden war, inzwischen aber als einer der besten gilt, berichtete von Hassnachrichten.

Nach einem Spiel habe er einst eine Mail von einem Mann mit Klarnamen erhalten. "Der war Chefarzt einer großen deutschen Klinik. Der hat mich so dermaßen beleidigt, Arschloch war da noch das freundlichste", sagte Aytekin: "Was läuft bei so einem, der tagtäglich anderen hilft, falsch, dass er sich so vergisst?"

Erinnerungen an Thomas Müller

Aytekin blickt jedoch auch auf viele positive Momente zurück. Etwa auf den Austausch während der Spiele mit dem Ex-Münchner Thomas Müller. "Das war immer unterhaltsam und oft auch nah am Kabarett, weil der verbal so gut gekontert hat, da kam ich manchmal richtig ins Grübeln", sagte Aytekin.

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