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Ralf Rangnick im Profil: Der Professor hat sein Glück gefunden

Ralf Rangnick (Österreich)

GEBURTSDATUM: 29. Juni 1958 

NATIONALITÄT: Deutschland

IM AMT SEIT: Mai 2022

TAKTISCHES PROFIL: Aggressives Pressing

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Gewinn DFB-Pokal 2011 (Schalke 04), Achtelfinale EM 2024, Qualifikation WM 2026 (Österreich)

Der Professor hat sein Glück gefunden

Obwohl Ralf Rangnick nie einen der europäischen Spitzenvereine trainiert hat – einzige Ausnahme ist ein kurzes Intermezzo bei Manchester United (2021/22) – gilt er als einer der einflussreichsten Trainer der letzten 30 Jahre. Mit seinen Ideen hat er große deutsche Coaches wie Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann entscheidend inspiriert. 

In den 1990er-Jahren erlangte Rangnick zum ersten Mal breite Aufmerksamkeit als er in den unteren Ligen mit dem SSV Ulm erfrischend modernen Fußball spielen ließ. Als er im deutschen Fernsehen voller Elan erklärte, wie Viererkette und ballorientiertes Pressing funktionieren, wurde den Fans zum ersten Mal bewusst, dass Rangnick ein Taktikfuchs und ungewöhnlicher Querdenker ist. Milans legendärer Trainer Arrigo Sacchi war seine größte persönliche Inspiration.

Seine Eigenwilligkeit und intellektuelle Brillanz brachten ihm bald den Spitznamen "Professor" ein. Dennoch nahmen die absoluten Spitzenvereine wie Bayern München stets Abstand von einer Verpflichtung Rangnicks – wohl in erster Linie, weil die Zusammenarbeit mit Starspielern in erster Linie großes Einfühlungsvermögen, nicht revolutionäre taktische Konzepte erfordert.

Dennoch drückte Rangnick dem deutschen Fußball seinen Stempel auf. 2008 war er mit der frisch aufgestiegenen TSG Hoffenheim zwischenzeitlich Tabellenführer der Bundesliga. 2011 feierte er mit Schalke 04 den Gewinn des DFB-Pokals.

Er veränderte nachhaltig die strategische Ausrichtung bei Red Bull Salzburg und RB Leipzig. Als Sportdirektor beider Vereine hatte er weitestgehend freie Hand. Rangnick förderte die Scoutingabteilung und revolutionierte die taktische Ausrichtung. Fortan spielten sowohl die Profis als auch sämtliche Jugendmannschaften ein ungewöhnlich aktives Pressing, das mittlerweile in ganz Europa zum Standardrepertoire unzähliger Mannschaften gehört.        

Als er im Mai 2022 die österreichische Fußball-Nationalmannschaft übernommen hat, wurde diese Meldung in der Alpenrepublik mit großem Jubel aufgenommen. Ralf Rangnick wurde den hohen Erwartungen gerecht und fand schnell einen guten Draht zu seinen Spielern. Sowohl die Qualifikation zur EM 2024 als auch zur WM 2026 sind dem 67-Jährigen problemlos gelungen.

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