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Wirtz, Musiala, Havertz: Das ewige Warten auf den magischen DFB-Dreizack

Am 19. November 2024, es muss gegen 22.05 Uhr gewesen sein, stand der tödliche Dreizack der deutschen Nationalmannschaft im Ferenc-Puskas-Stadion von Budapest unruhig trippelnd an der Seitenlinie. Julian Nagelsmann leistete sich den unverschämten Luxus, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz gleichzeitig in der 61. Minute einzuwechseln. Keine zwei Minuten später leitete Musiala ein, Havertz traf den Pfosten, weitere 13 Minuten danach bereitete Wirtz den Führungstreffer vor.

Bald sollen die drei Hypertalentierten Deutschland zum fünften WM-Stern schießen, allein: Sie haben seitdem kein einziges Mal mehr zusammengespielt. Havertz verpasste 2025 alle zehn Länderspiele, Musiala acht, Wirtz zwei - das macht 20 von 30 möglichen Ausfällen. Und nun, gegen die Schweiz (27. März/Basel) und Ghana (30. März/Stuttgart), bekommt mindestens wieder Musiala zwei Striche auf der Liste. Das soll die Titel-Hoffnung sein?

Wird "schwierig, den Rythmus zu finden"

Am Donnerstag schüttelte Nagelsmann jedenfalls bei der Frage nach Musiala mehrfach den Kopf. "Unter den Umständen, dass er Probleme hat, habe ich mich dagegen entschieden, ihn mitzunehmen und unter Schmerzen zwei Minuten lang aufdribbeln zu lassen." Musiala als "Zirkuspferdchen" für die Show, "das bringt nichts".

Dabei hätte er den 23-Jährigen, der bei Bayern München wegen eines Wadenbeinbruchs und einer Luxation des Sprunggelenks mehr als sechs Monate lang ausfiel, nur zu gerne wieder bei sich gehabt. Denn Musiala (letztes Länderspiel: 23. März 2025) und Havertz (besagter 19. November 2024) kennen Nagelsmanns Philosophie und vor allem seine WM-Pläne längst nur noch aus Telefongesprächen. "Jamal habe ich bei der Nationalmannschaft über zehn Monate nicht mehr gesehen, Kai noch länger nicht", klagte der Bundestrainer. "Irgendwann wird es schwierig für sie, den Rhythmus zu finden im Kreise der Nationalmannschaft."

Havertz hatte erst langwierige Oberschenkel-, dann Knieprobleme. Wirtz plagten immer wieder kleinere Blessuren, Musiala musste die traumatische Erfahrung der schweren Verletzung bei der Klub-WM verarbeiten - mit in absurdem Winkel abgeknicktem Fuß. "Jamal, Kai und Florian Wirtz waren bei der Heim-EM drei enorm wichtige Säulen unserer Elf", sagte Nagelsmann. Sie sammelten insgesamt sieben Tore und eine Vorlage. "Wenn die lange fehlen, hemmt das automatisch die Entwicklung."

Das Warten auf den "richtigen Moment"

Immerhin: Havertz und Wirtz sind nun ja wieder dabei. Am 31. Mai jedoch, wenn sich womöglich die nächste Chance für einen Dreizack ergibt, wird das letzte gemeinsame Spiel des Trios schon mehr als eineinhalb Jahre her sein. Ganze 14 Tage sind es dann noch bis zum WM-Start gegen Curacao in Houston.

Weniger als drei Monate vorher sieht es nicht gut aus. Musiala erholt sich in Absprache zwischen Nagelsmann und Bayern-Trainer Vincent Kompany in München, wo er derzeit individuell arbeitet. Das bleibe erst einmal "auch so", berichtete Kompany. "Im richtigen Moment" solle er wieder ins Teamtraining integriert werden.

Dass sich "Wirtziala" bei der Weltmeisterschaft wieder zum tödlichen Dreizack zusammenfinden, dass selbst der gegnerische Trainer jubelt ("Bravo!", rief Frankreichs Didier Deschamps im September 2024 nach dem deutschen 2:0 in Lyon): Es erscheint angesichts der Verletzungshistorie arg unwahrscheinlich.

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