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DFB-Frauen unter Druck: "Wollen den Sack jetzt zumachen"

Ann-Katrin Berger lässt nichts unversucht. Damit sie beim Showdown ums direkte WM-Ticket dabei sein kann, trainierte Deutschlands Nummer eins im Kölner Sportpark Höhenberg mit einem aufgeklebten Schutzpolster am Oberkörper. Ihre Prellung am Bauch schmerzt noch, doch die 35-Jährige biss die Zähne zusammen - zu wichtig ist das Matchball-Spiel für die deutschen Fußballerinnen.

"Wir wissen, dass wir gegen Norwegen jetzt den Sack zumachen und uns für die WM qualifizieren wollen", sagte die Nationaltorhüterin vor dem vorletzten Gruppenspiel der Qualifikation am Freitag (20.35 Uhr/ARD). Der Vorsprung auf die Norwegerinnen ist durch die peinliche Nullnummer zuletzt in Österreich auf einen Punkt geschrumpft, mit einem Sieg gegen den direkten Verfolger in Köln-Müngersdorf aber wäre die Teilnahme an der Endrunde 2027 in Brasilien ohne lästigen Umweg über Playoffs vorzeitig perfekt.

Match-Center: Deutschland vs. Norwegen

"Die Situation ist jetzt ein bisschen schwieriger. Wir stehen ein Stück weit unter Druck", gab Linda Dallmann mit Blick auf die Tabelle zu. "Das", betonte die Münchner Mittelfeldspielerin sogleich, "beschäftigt uns aber nicht großartig." Womöglich sei diese zusätzliche Anspannung am Saisonende gar hilfreich: "Vielleicht ist es sogar ganz gut, als relativ junge Mannschaft in so einer Situation zu sein."

Das 4:0 im Hinspiel macht Mut, doch das nötige Personalpuzzle die Lage kniffliger. Bergers Einsatz ist nach der vor zwei Wochen erlittenen Blessur bei einer Partie ihres US-Vereins Gotham FC noch fraglich, Münchens Ena Mahmutovic oder die Wolfsburgerin Stina Johannes müssten bei einem Ausfall einspringen.

Seine Stamm-Abwehr muss Bundestrainer Christian Wück fast komplett umbauen. Außen in der Viererkette fallen Kapitänin Giulia Gwinn und Franziska Kett (beide FC Bayern) verletzt aus, Innenverteidigerin Janina Minge (VfL Wolfsburg) muss im Norwegen-Spiel wegen einer Rotsperre zuschauen.

Hendrich als wichtige Stütze

"Wir haben das Glück, dass wir in solchen Fällen immer gute Spielerinnen haben, die dann auch sofort performen", sagte Co-Trainerin Maren Meinert zu den Ausfällen an den neuralgischen Stellen. In der Defensive dürfte so neben der gesetzten Rebecca Knaak vom englischen Double-Gewinner Manchester City aller Voraussicht nach Kathrin Hendrich (Chicago Red Stars) zum Einsatz kommen.

Die 34 Jahre alte Rückkehrerin ist mit ihren 90 Einsätzen die Akteurin mit den meisten Länderspielen im aktuellen Kader. Hendrich sei "ein wichtiger Teil ihrer Mannschaft" in den USA, betonte Wück bei der Nominierung: "Wir brauchen ihre Erfahrung, wenn Janina und Giulia wegbrechen."

Immerhin: Die Personalprobleme am Ende einer langen und kräftezehrenden Saison hat Deutschland nicht exklusiv. Norwegen fehlen ebenfalls verletzte Topspielerinnen, allen voran im Sturm die Kapitänin und frühere Weltfußballerin Ada Hegerberg. Auch die Ex-Münchnerin Tuva Hansen sowie Frida Maanum fallen aus.

Sollte es nicht mit dem Heimsieg vor über 27.000 Fans klappen, so ist mindestens ein Remis Pflicht, wenn das DFB-Team zur Not vier Tage später in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (18.00 Uhr/ZDF) sein Schicksal in der eigenen Hand behalten will. "Wir sind positiv gestimmt", versicherte Wück mit Blick auf die Ausgangslage, "werden unseren Weg weiter gehen und nicht ins Zweifeln kommen."

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