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Der VfL Wolfsburg kämpft ums Überleben - Paderborn träumt von der Bundesliga

Geld schießt bekanntlich keine Tore, große Namen garantieren keinen Erfolg - sonst müsste der VfL Wolfsburg nicht ums Überleben in der Fußball-Bundesliga bangen. Von vermeintlich klaren Verhältnissen in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten SC Paderborn will Dieter Hecking deshalb nichts wissen.

Finanziell prallen zwar Welten aufeinander, die wirtschaftlichen Unterschiede beider Klubs sind enorm. Das ist auch VfL-Trainer Hecking bewusst. Dass vor dem Hinspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) aus den unterschiedlichen Kaderwerten medial aber auch ein sportliches Kräfteverhältnis abgeleitet wird, passt ihm überhaupt nicht.

Stattdessen würden grundsätzliche Tugenden entscheiden. "Wir brauchen Mentalität, wir brauchen Disziplin auf dem Platz, wir brauchen Intensität, wir brauchen das nötige Spielglück. Du musst auch mal leiden können", sagte er am Mittwoch: "Genau das wird gefordert sein, und nicht fußballerische Qualität und Marktwerte. Alles Papperlapapp!"

Match-Center: VfL Wolfsburg vs. SC Paderborn

In Medien war bereits vorgerechnet worden: Wolfsburg habe mit Mohammed Amoura und Konstantinos Koulierakis zwei Spieler im Kader, die zusammen wertvoller seien als das gesamte Aufgebot des Zweitligisten aus Paderborn. Laut transfermarkt.de liegt der Marktwert des VfL bei 234,6 Millionen Euro, der von Paderborn bei 40,58 Millionen.

Es sind Zahlen, die Wolfsburg den Klassenerhalt nicht sichern, ihn angesichts größerer individueller Qualität aber zumindest wahrscheinlicher machen - das weiß auch Hecking. Ja, man ist Favorit. Dennoch werde der Klassenerhalt "kein Selbstläufer. Wir haben zwei Aufgaben vor uns, die uns alles abverlangen werden", sagte Hecking.

Paderborn mit Vorfreude auf "Once-In-A-Lifetime-Chance"

Zumindest die Statistik spricht klar für Wolfsburg. Bei den bisherigen Teilnahmen an der Relegation setzte sich der VfL 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel durch. Auch die allgemeine Bilanz spricht für den Erstligisten: Seit 2008/09 wird die Relegation wieder ausgespielt, lediglich dreimal setzte sich der Zweitligist durch. "Wir sind der Favorit", sagte VfL-Spielmacher Christian Eriksen: "Aber wir nehmen das Spiel sehr ernst." Zu viel steht für Wolfsburg auf dem Spiel.

In Paderborn herrscht derweil Vorfreude auf die "Once-In-A-Lifetime-Chance", wie Trainer Ralf Kettemann die bevorstehenden 180 Minuten Aufstiegskampf am Mittwoch bezeichnete: "Wir können etwas verlieren, aber Fakt ist: Wir können deutlich mehr gewinnen als verlieren."

Der SCP hatte es 2014 und 2019 bereits ins Oberhaus geschafft, stieg jedoch jeweils direkt wieder ab. Am Ende einer erfolgreichen Zweitligasaison winkt nun die Bundesliga-Rückkehr nach sechs Jahren.

Mit einer "großen Euphorie" und "maximaler Lust" will der Außenseiter erst in Wolfsburg bestehen und dann im Rückspiel an Pfingstmontag nachlegen. "Wir müssen vieles richtig machen, aber es ist auch nicht so, dass es ein Fußball-Wunder braucht. Es wäre kein Fußball-Märchen", sagte Kettemann: "Wir können schon was und das wissen wir auch. Wir können Wolfsburg wehtun."

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