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Luis Figo im Interview: Beste Clásico-Erinnerungen? "Die, die ich gewonnen habe!"

Sie haben 26 Clásicos bestritten. Was sind Ihre schönsten Erinnerungen?

Am liebsten erinnere ich mich an die Spiele, die ich gewonnen habe – egal ob mit Barça oder mit Real Madrid *lacht*. Alles andere ist mir egal!

Viele Fans der Blaugrana behaupten, Sie hätten Ihr höchstes Niveau bei Barça erreicht. Stimmt das?

Jeder hat dazu seine eigene Meinung *schmunzelt*. Am wichtigsten ist, wie du spielst – und dass am Ende dein Team gewinnt.

Wie beurteilen Sie die Saison von Kylian Mbappé, der in letzter Zeit viel Kritik einstecken musste?

Er gehört nach wie vor zu den besten Spielern der Welt. Seine Torquote in dieser Saison ist einfach beeindruckend. Andererseits zählt auch die Leistung der Mannschaft. Wenn er so viele Tore schießt und sein Team Titel gewinnt, sieht die Analyse ganz anders aus. In seiner ersten Saison war er noch etwas inkonstant, weil er sich an eine neue Umgebung und eine neue Liga gewöhnen musste. Aber danach hat er das Niveau erreicht, das man von ihm erwartet hat.

Sein Idol ist Cristiano Ronaldo: Kann er bei Real Madrid genauso erfolgreich werden wie er?

Das weiß ich nicht, ich habe keine Kristallkugel *schmunzelt*. Aber mit all seinen Qualitäten … am Ende sprechen wir zwar vom selben Verein, aber von unterschiedlichen Zeiten und Spielern. Es ist immer schwierig, Spieler aus verschiedenen Generationen zu vergleichen. Um auf dieses Niveau zu kommen, muss er Titel gewinnen.

Jude Bellingham ist bei Real Madrid mit wichtigen Toren, unter anderem einem Doppelpack beim Clásico in Barcelona (Oktober 2023), stark gestartet. Seitdem ist er etwas abgefallen. Wie sehen Sie das?

Für ihn war diese Saison schwierig, weil er mehrere Verletzungen hatte. Das hat seine Entwicklung gebremst. Nach einer langen Pause ist es, als würde man wieder ganz von vorne anfangen. Das war wirklich sein Problem.

Haben ihn die taktischen Veränderungen beeinflusst?

Es läuft nicht immer reibungslos, man muss auch wissen, wie man auf dem Platz die beste Position findet, um das Maximum herauszuholen. Er bleibt ein außergewöhnlicher Spieler, aber wenn man bei so einem Klub spielt und zwei Jahre lang keine Titel holt, wird das Umfeld angespannter. Das betrifft dann die ganze Mannschaft.

Sie haben bei Barça oft auf dem Flügel gespielt und kennen die Position gut. Wie bewerten Sie den Beitrag von Marcus Rashford?

Er hatte die Chance, nach Barcelona zu kommen, und hat seine Sache ziemlich gut gemacht. Er hat gezeigt, was er kann. Wir werden sehen, ob er bleibt und mehr Einsatzzeit bekommt – auch wenn das nicht nur von ihm abhängt.

Würden Sie ihn behalten, wenn Sie Deco wären?

*Lacht* Deco kennt sich da viel besser aus als ich!

Das Gerücht, dass José Mourinho zu Real Madrid zurückkehrt, wird immer lauter. Was halten Sie davon?

Da sollten Sie besser den Präsidenten von Real Madrid fragen *schmunzelt*. Er ist ein sehr guter Freund von mir, ich habe ihn in vielen Rollen erlebt (als Übersetzer und Co-Trainer bei Barça, Anm. d. Red.). Ich freue mich immer, ihn unter den besten Trainern zu sehen.

Das Tempo der Spiele hat sich stark verändert, selbst im Vergleich zu Ihrer Zeit, die noch nicht so lange her ist. Der Anteil der Tore in den Schlussminuten steigt. Was hat sich verändert?

Ich kenne die genauen Daten dazu nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass man mit zunehmender Müdigkeit mehr Fehler macht, auch wenn die Spieler heute sehr gut vorbereitet sind. Und man darf nicht vergessen, dass die Spiele durch die deutlich längere Nachspielzeit heute einfach länger dauern als früher. Außerdem sind fünf Wechsel erlaubt und es gibt immer Spielsituationen, die Tore begünstigen können.

In wenigen Wochen steht die Weltmeisterschaft an. 2006 war Ihr letztes großes Turnier, Portugal scheiterte im Halbfinale.

Ja, das ist eine schmerzhafte Erinnerung. Es war sehr intensiv, wir hatten viele Spiele mit hoher Intensität hintereinander. Wir haben auch viele Karten bekommen (insgesamt 23 im Turnier, Anm. d. Red.), das hat uns nicht geholfen.

Im Viertelfinale gab es das Elfmeterschießen gegen England.

Das war ein echtes Kampfspiel *lacht*. Es gab mehrere Verwarnungen (je zwei auf beiden Seiten, Anm. d. Red.) und einen Platzverweis (Wayne Rooney in der 62. Minute, Anm. d. Red.). Das war keine besonders gute Werbung für den Fußball.

Sie standen kurz vor dem Einzug ins Finale.

Wir haben konstant sehr gute Leistungen gezeigt, aber dann sind wir wieder an Frankreich gescheitert. Das ist eine bittere Erinnerung für unsere Generation, denn jedes Mal, wenn wir auf die Franzosen getroffen sind, haben wir verloren. Aber so ist Fußball nun mal.

Die kommende Weltmeisterschaft wird sehr offen sein. Wer ist Ihr Favorit?

Ja, es gibt viele Favoriten, das hat man bei den letzten Turnieren gesehen. Man braucht große Spieler, aber auch Glück – vor allem, was die Gegner betrifft. Ganz vorne sehe ich die Teams, die zuletzt regelmäßig im Halbfinale standen: Brasilien, Argentinien, Spanien, Portugal und Frankreich – die haben sogar zwei komplette Mannschaften, das ist wirklich beeindruckend.

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